Newsnet
Das Newsnet (Usenet) das unbekannte Wesen
Wenn Du neu im Usenet bist, solltest Du ersteinmal die Newsgruppen
de.newusers.infos und
de.newusers.infos lesen.
Dort werden alle Fragen rund um das Medien Newsnet und Newsreaders
erklärt.
Das Newsnet ist historisch bedingt eine Medium was sich ohne Zensur selber regelt.
Darum hat sich so etwas wie dei Netiquette eingebürgert.
Diese wird in vielen Gruppen mehr oder weniger freundlich von den Usern durchgesetzt.
Um nicht sofort anzuecken oder unfreundlich auf Deine Fehler aufmerksam gemacht zu werden,
solltest Du auf jeden Fall diese Newsgruppen aufmerksam lesen.
Weiterhin gibt es viele Webseiten, welche sich eingehend mit diesem Thema beschäftigen.
Zu empfehlen sind hier:
Hier findest Du eine Übersicht aller de.* - Gruppen und Ihre Chartas (kurze Beschreibungen)
http://www.kirchwitz.de/~amk/dni/de-newsgruppen
Jetzte fragt Ihr Euch wahrscheinlich "Warum soll ich mir dies alles
durchlesen?"
Die Antwort: "Wenn Ihr wirklich am Usenet interessiert seid nehmt Euch die Zeit.
Ansonsten werdet Ihr in diesem speziellen Bereich des Internets sehr bald anecken"
- Das Usenet ist über vielerlei technische Protokolle erreichbar; heute ist es
de facto ein Dienst des Internet wie z.B. FTP (File Transport Protocol),
E-Mail oder IRC (Internet Relay Chat) auch. Es ist hingegen nicht zu verwechseln
mit dem World Wide Web, dem bei weitem populärsten Zweig des Internet, und den
darin angebotenen (meist kommerziellen) Foren. Es ist vielmehr ein ganz eigenes
Medium mit ganz eigenen Regeln. Der Name leitet sich aus einem Wortspiel ab,
das die Begriffe "news" (Nachrichten) und "to use" (benutzen) mit dem Begriff
"net" (Netz) zusammenführt.
- Das Usenet ist ein dezentral organisiertes Medium. Es besteht aus einem
Verbund einer Unzahl von lokalen Newsservern, die ihre Daten gegenseitig permanent
austauschen. Idealerweise würden alle diese Newsserver alle Gruppen und somit alle
Beiträge ("Postings") spiegeln, die von irgendwem an irgendeinen Newsserver
gesendet wurden. Wegen der unüberschaubaren Zahl nationaler und internationaler
Newsgroups kann jedoch kein Server alle Newsgruppen der Welt führen.
(Anm. Die DLRG-Newgruppen werden nur auf dem DLRG-Server geführt.)
Daher gibt es Konventionen darüber, welche Gruppen und - damit welche Inhalte
- auf den gängigen Newsservern bereitgehalten werden sollten. Diese Konventionen
werden von demokratisch über das Netz gewählten "Moderatoren" kontrolliert,
die meist aus dem Umfeld des Uni-Milieus stammen. Der Einfachheit halber schließen
sich die die Verwalter der meisten Newsserver sowohl aus dem Bereich Forschung
und Lehre (Universitäten) als auch aus dem Bereich der kommerziellen Internet-Provider
den Empfehlungen dieser Moderatoren an. Die Moderatoren nehmen - zum Beispiel
bei der Einrichtung einer neuen Gruppe - in bester libertärer Tradition keinerlei
inhaltlichen Einfluss auf das Usenet, sondern kontrollieren allenfalls formale
und technische Kriterien.
- Im Usenet gibt es sogenannte Newsgroups zu fast jedem denkbaren Diskussionsthema.
Allein in der offiziellen deutschsprachigen "de.*-Hierarchie" gibt es rund
400 verschiedene Gruppen; darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl halboffizieller
und proprietärer Gruppen, die aber oft nicht von jedem Newsserver geführt werden.
Die Anzahl der weltweiten (meist englischsprachigen) "offiziellen" Gruppen liegt
bei weit über 10.000.
- Zur Nutzung des Usenet ist ein Computer mit Internet-Verbindung erforderlich. Eine
Internet-Verbindung wird normalerweise per Modem bzw. ISDN-Adapter über die Telefonleitung oder
(in Firmen und Institutionen, z.B. Universitäten) über einen direkten Zugriff über eine an das
hauseigene Netzwerk angeschlossene Standleitung hergestellt.
Zum Zugriff auf das Internet - und damit das Usenet - benötigt ein Privatnutzer also die Dienste
eines Internet-Zugangs-Anbieters (internet access provider), der die Netzverbindung vom
Telefonanschluss zum Internet bereitstellt. Dies ist in der Regel kostenpflichtig. Der Provider muss
außerdem das für das Usenet benötigte sogenannte NNTP-Protokoll unterstützen.
- Zur Nutzung des Usenet ist weiterhin der Zugriff auf einen Newsserver erforderlich. Gewerbliche
Internet-Provider bieten ihren Kunden normalerweise auch einen Newsserver an. Der Name dieses
Newsservers und ggfs. eine Nutzerkennung und ein Passwort müssen im News-Client, also der verwendeten
Software zur Nutzung des Usenet, eingetragen werden.
- Technisch wäre auch der Zugriff auf einen "fremden" Newsserver möglich. Im Web kursieren immer
wieder Listen von "freien" Newsservern. Doch es heißt so schön: Es existieren keine freien Newsserver,
allenfalls schlecht gewartete. Man sollte nur solche Newsserver anzapfen, zu deren Benutzung man
tatsächlich berechtigt ist.
An der Freien Universität Berlin gibt es einen mit Mitteln der Bundesregierung gepflegten Newsserver,
der nach Voranmeldung jedermann kostenlos offen steht. Weitere Informationen und Anmeldung unter
http://news.cis.dfn.de/
- Zur Nutzung des Usenet ist eine eigene Software erforderlich, die man "News-Client" oder
"Newsreader" nennt. Diese Software kann aus den üblicherweise schon vorhandenen Web-Browser-Paketen
wie Netscape Communicator oder Microsoft Outlook Express bestehen. Fast alle erfahrenen Usenet-Nutzer
setzen jedoch spezielle Newsreader ein, zum Beispiel Forte (Free) Agent auf der Windows-Plattform oder
MacSoup auf der Apple-Macintosh-Plattform. Diese Programme sind teilweise Shareware, das heißt, zu
ihrer Nutzung sind (geringe) einmalige Gebühren fällig.
Ziel der Software-Wahl sollte für den Privatnutzer jedenfalls sein, eine "Offline"-Nutzung zu erreichen. Das bedeutet: Man lädt sich die Nachrichten aus dem Usenet "online" herunter, liest und antwortet aber in Ruhe "offline", um Verbindungsgebühren zu sparen.
- Es gibt inzwischen auch die Möglichkeit, über bestimmte kommerzielle Dienste via
World Wide Web auf das Usenet zuzugreifen und sogar dort Beiträge abzusetzen (zu "posten").
Die Möglichkeit, über ein Web-Frontend aktiv in Newsgroups zu posten, gilt jedoch als eher
laienhaft. Man riskiert, in den Gruppen nicht ernst genommen, womöglich gar standardmäßig
ausgefiltert zu werden.
Als ärgernis wird empfunden, dass viele dieser Firmen Eigenwerbung in die (oft auch noch fehlerhaft
abgetrennte) Signatur des Postings aufnehmen, ohne dass dies vom Poster beeinflusst werden könnte.
Das Usenet ist auf dem Weg ein Massenmedium zu werden. Jedermann ist heutzutage,
in der Lage, gerade durch die vielen Webinterfaces in den Newsgruppen Artikel zuschreiben.
Dadurch häufen sich die Fälle von Teilnehmern, die ohne Kenntnis der üblichen Gepflogenheiten
mitmachen und - möglicherweise
unbeabsichtigt - die dort schon lange heimischen Teilnehmer verärgern. Das kann mit kleinen
technischen Formfehlern beginnen und endet bei massivem, planmäßigem Missbrauch des Mediums
(zum Beispiel zu Werbezwecken). Erfahrene Usenet-Benutzer (Regulars) reagieren allergisch gegen jede kleine
Regelverletzung, weil sie ihr "anarchisches" Medium potentiell ständig in der Existenz gefährdet
sehen und daher jeglichen Missbrauchsversuchen vorbeugen wollen.
Die wichtigsten Regeln im deutschprachigen Usenet der de.*-Hierarchie:
- Werbeverbot
Werbung ist im Usenet strikt verboten. Jeglicher Hinweis auf eigene kommerzielle Aktivitäten sollte
unterbleiben, sofern er sich nicht aus dem Diskussionszusammenhang unmittelbar ergibt und zurückhaltend
und nachvollziehbar ist. Ein Hinweis auf die eigene Homepage in der Signatur (s.u.) wird geduldet.
Das Werbeverbot wird deshalb so hochgehalten, weil bereits Gruppen durch exzessive Werbung (Spam)
zerstört worden sind: Sie wurden ab einem gewissen Aufkommen von zusammenhanglosen Werbe-Postings
einfach unlesbar. Manche Werbetreibende benutzen Roboter, die auf bestimmte Stichworte reagieren,
um Newsgroups mit Werbung zuzuschütten.
- kein HTML
Alle Postings im Usenet müssen als reine Nur-Text-Dateien (plain text; ASCII) verschickt werden.
Leider sind die gängigen Web-Browser standardmäßig anders voreingestellt; hier müssen erst unter
"Voreinstellungen" (Preferences) entsprechende Korrekturen vorgenommen werden, bevor man loslegen darf.
Insbesondere HTML-kodierte Nachrichten werden nicht akzeptiert, denn klassische Newsreader können
aus guten Gründen dieses Textformat nicht anständig darstellen.
- keine Binaries
Sogenannte Binärdateien als Anhänge (attachements) an Postings im Usenet gelten wegen der damit
verbundenen großen Datenmengen als Todsünde. Man darf also auf keinen Fall Word-Dokumente, Bilder
oder ähnliches mitschicken. Eine Ausnahme von dieser Regel gibt es lediglich bei solchen Gruppen,
die Binaries explizit erlauben. Solche Gruppen werden allerdings auf vielen der klassischen Newsserver
erst gar nicht geführt.
- keine Sonderzeichen im Header
In den Kopfzeilen eines Postings (Header) sind deutsche Sonderzeichen wie Umlaute oder "ß" aus
technischen Gründen nach wie vor nicht erwünscht. Das betrifft das Namensfeld genauso wie das Subject.
So sollte der eigene Name entsprechend umschrieben ("Mueller" statt "Müller") werden. Im Text (Body)
eines Postings dagegen sollten heute die gängigen Sonderzeichen keine Probleme mehr bereiten.
Wichtig ist dennoch eine korrekte Auszeichnung des verwendeten Zeichensatzes.
Eine Zeichensatzkodierung, welche zu vernünftigen und weiterverarbeitbaren
Ergebnissen führt, lautet z.B. so:
Mime-Version: 1.0
Content-Type: text/plain; charset="ISO-8859-1"
Content-Transfer-Encoding: 8bit
- Realname
Jeder Nutzer wird aus Gründen der Höflichkeit gebeten, in den sogenannten Kopfzeilen (From-Feld
des Header) seiner Postings seinen bürgerlichen Vor- und Nachnamen anzugeben. Dort sollte dann z.B.
als Kombination aus Realname und e-Mail-Adresse eine Angabe nach folgendem Muster erzeugt werden:
<"Alfred E. Neuman" alfred@mein-provider.de>. Dies erreicht man, indem man seinen Newsreader entsprechend
konfiguriert. Nicht als Realname gelten Angaben wie z.B. "Verlagshaus Neuman GmbH" oder
"Alfred0815". Firmenzugehörigkeiten kann man, so erforderlich, in der so genannten Signatur
(s.u.) unterbringen. Ausnahmen von der Realnamen-Pflicht bestehen in einigen Gruppen, die ein
heikles Thema behandeln. Im Zweifelsfall frage man vorsichtig in der entsprechenden Gruppe nach.
Warum Realname? Das Usenet ist "das Ding mit den Menschen". Anders als im Chat oder in Webforen
begegnen sich hier Menschen mit einer realen Identität, die für ihre Meinungsäußerungen einstehen
wollen und können.
Eine sehr gute Auseinandersetzung zum Thema Realnamen gibt es hier im Web.
- keine "Adressfälschung"
Manche Usenet-Nutzer geben ihre e-Mail-Adresse absichtlich in einer leicht verfremdeten Form an,
indem sie zum Beispiel Zeichenfolgen wie "nospam" einfügen. Sie verfolgen damit das Ziel, nicht
durch unaufgeforderte Werbe-e-Mails ("Spam") belästigt zu werden. Dieses Vorgehen ist jedoch
umstritten, weil damit auch wohlmeinenden Usenet-Teilnehmern ein direktes e-Mail-Reply auf ihre
Postings erschwert wird. Die einschlägigen Netiquette-Texte lehnen daher ein solches Vorgehen
eindeutig ab.
Empfohlen wird vielmehr, seine Usenet-Aktivitäten mit einer E-Mail-Adresse eines Free-E-Mail-Service
(z.B. gmx) durchzuführen. Diese Firmen leisten beim Ausfiltern von unerwünschten Spam-Mails bereits
viel.
- Signatur
Viele Usenet-Benutzer fügen an ihre Postings eine automatisch generierte "Signatur" an. In dieser
Signatur können Angaben zur Person, die Web-Adresse (URL) der eigenen Homepage oder auch Sinnsprüche
stehen, die nichts mit dem Thema (Topic) der entsprechenden Newsgroup zu tun haben müssen.
Diese Signaturen müssen in jedem Falle durch eine Zeile abgeteilt sein, die diese (und nur diese)
Zeichenfolge enthält: "-- " (Strich Strich Leertaste). Achtung: Outlook Express kann in
Standardeinstellung diese Zeichenfolge nicht erzeugen!
Die eigentliche Signatur darf nach den Regeln der Netiquette nicht länger als vier Zeilen sein.
Strikt unerwünscht sind sogenannte Visitenkarten im HTML-Format, wie sie von Web-Browsern erzeugt
werden können.
Seit einiger Zeit kursieren Signaturen, die absichtlich den Eindruck erwecken sollen, sie seien ein
gefährliches Virus. Dies gilt vor allem den Outloook Express Nutzern. Bei allen
anderen Newsreadern wird die Signatur korrekt angezeigt. Einige Poster finden es witzig, so
andere (vor allem unbedarfte oder neue) User zu schocken.
- Ansprache per "du"
Im deutschsprachigen Usenet hat sich die Konvention durchgesetzt, sich gegenseitig per "du" und
Vornamen anzusprechen - egal, welche gesellschaftliche Stellung oder welches Alter das Gegenüber
bekleidet. Am "Siezen" erkennt man die "Newbies" (Neulinge)! Eine bewusst gewählte Ansprache per
"Sie" ist möglich, kann aber als subtile Beleidigung bzw. Ausgrenzung des Gesprächspartners gelten.
- korrekt quoten!
Die meisten Newsreader sind in der Lage, den Beitrag, auf den man sich mit seiner Antwort bezieht,
zu zitieren (zu "quoten").
Solche Zitate werden in der Regel automatisch mit einem vorangestellten ">
" gekennzeichnet. Wünschenswert ist es, nur so viel (aber auch nicht weniger!) vom Vorredner zu
quoten, wie zum Verständnis der eigenen Antwort erforderlich ist. Man muss also in den Rohzitaten
redigieren.
Sogenannte Fullquotes / Vollquotes (bezugsloses Zitieren des gesamtem vorangegangenen
Beitrags) gilt als äußerst dämlich und unhöflich, weswegen der Täter in Anlehnung an das Wort
"Trottel" auch als "Vollquottel" bezeichnet wird. Eine Steigerung der "Vollquottelei" ist das so
genannte "TOFU": "Text oben, Fullquote unten". Unbedingt vermeiden!
Nähere Informationen zum "Quoten" findet man unter der Adresse
http://learn.to/quote und bei Volker Gringmuth:
http://www.volker-gringmuth.de/usenet/zitier.htm
Die Software "Outlook Express" erzeugt leider durch fehlerhafte Darstellung von
Zitaten schwer lesbaren Zitatmüll (so genannte "Kammquotes").
Von dieser Software ist eigentlich abzuraten, zumal sie weitere Fehler hat.
Der Vorteil ist, daß sie in
einer normalen Windowsinstallation dabei ist. Ich habe sie auch geraume Zeit genutzt.
Es gibt unter http://oe-faq.de.vu/ eine FAQ zur richtigen Einstellung von "Outlook Express" um die
schlimmsten und wichtigsten Fehler zu beheben.
Newsreader und Newsserver
Um am Newsnet (oder Usenet) teilzunehmen benötigst Du zwei Dinge einen Newsreader und einen
Newsserver.
Es gibt für jedes Betriebssystem und jede persönliche Vorliebe Newsreader.
Den besten Newsreader gibt es nicht. Als kleine übersicht kann man
http://www.thomas-huehn.de/usenet/newsreaderFAQ.txt empfehlen oder die Newsgruppe
de.comm.software.newsreader.
Newsserver
Viele Provider haben einen eigenen Newsserver deren Zugangskennung und ggf. Passwort
muss im Newsreader eingetragen werden. An der Freien Universität Berlin gibt es einen
mit Mitteln der Bundesregierung gepflegten Newsserver, der nach Voranmeldung jedermann
kostenlos offen steht. Weitere Informationen und Anmeldung unter
http://news.cis.dfn.de/
> >Um die
DLRG Newsgruppen zu nutzen ist dies nicht notwendig. Die DLRG hat Ihren eigenen
Newsserver, wo aber zum überwiegenden Teil nur die DLRG Gruppen liegen. < <
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